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Kenya Journey  (September 2010)

Kenya? Wirklich nach Kenya? So werde ich von Freunden und Bekannten gefragt, die ich mit meiner geplanten Reise konfrontiere. „Du willst in ein Land, das vom Massentourismus geprägt ist?“ Ja, das will ich, vor allem, um meine eigenen Bedenken und Vorurteile entweder bestätigt zu erhalten oder dann abzulegen! Und schliesslich befindet sich auch dieses Land in Afrika, dem packendsten Kontinent der Welt!

Nach einem guten und ereignislosen KLM-Flug via Amsterdam lande ich in Nairobi und finde mich einem heillosen Durcheinander vor den Einreiseschaltern gegenüber. Obwohl ich bereits im Besitz eines Touristenvisums bin, stehe ich 1 ½ Stunden an! Und alles nur, um meine 10 Fingerbeeren fotografieren zu lassen! Na Bravo! Aber schliesslich erreiche ich das Fairways Hotel und nach einem zackigen Einschreiben werde ich ins schöne Zimmer geleitet. Das
Fairview Hotel befindet sich an ruhiger Lage, nahe zum lokalen Wilson Flughafen und bei normalem Verkehr ca. 20 Minuten vom Internationalen Flughafen entfernt. Es verfügt über eine schöne Gartenanlage mit Schwimmbad und dazugehörender Bar. Ein guter Ort, um eine erste Nacht zu verbringen.

Zeitig geht’s am Morgen weiter zum lokalen Flughafen Wilson. Der Strassenverkehr ist heute - Murphy’s Law - sehr ruhig und so treffe ich viel zu früh am Flughafen ein. Aber lieber zu früh wie zu spät. Die Caravan von Safarilink transportiert mich in den nördlichen Teil von Kenya und landet auf der Flugpiste des Samburu Nationalparks. Den stark besuchten Teil des Parks hinter mich lassend, fahre ich in das private Wildschutzgebiet Kalama. Die erste Nacht darf ich im
Saruni Samburu Camp verbringen. Ich ahne schon beim Bezug des riesigen Zelt-Hauses, dass dies mein Favorit bleiben wird. Nicht, dass die folgenden Lodges schlechter gewesen wären. Aber diese Lage, die wunderschönen Farben am frühen Morgen, der Blick auf die umgebenden Berge und die sehr fachkundigen Samburu-Krieger, die mich auf eine Wanderung mitnehmen, machen den Charme der Lodge aus. Wie könnte das noch zu toppen sein?

Natürlich hat mich auch das Joy’s Camp im unbekannteren Shaba Nationalpark beeindruckt. Das grosse Zelt, im Stil eines afrikanischen Beduinenzelts, lässt keine Wünsche offen. Doch wer hier eine Klimaanlage erwartet, wird trotz der Hitze enttäuscht. Fernab von vielen Autos, kann hier noch eine tolle Safari genossen werden, sofern der Gast sich an einer magischen Landschaft erfreuen kann und nicht nur Tiere sehen will. Leider ist meine Aufenthaltszeit nur kurz und ich muss bereits am frühen Morgen weiter. Während ich unterwegs ein Frühstück einnehme, erreicht uns der Funkspruch, dass der Flieger eine Stunde verspätet sein wird. Den Grund dafür erfahre ich später; das schlechte Wetter in Zentral Kenya zwang den Piloten zu einem Umweg. Auch wir fliegen durch Regen, landen aber sicher auf dem Flugfeld Kichwa Tembo, Nordwest Maasai Mara. Der Boden dampft noch von der Feuchtigkeit und der Geländewagen auf der Fahrt zum Camp rutscht von einer Seite zur anderen. Durch seine Nähe zum Victoria See sind in der Maasai Mara Niederschläge keine Seltenheit. Doch soviel Regen Anfang September, scheint auch die Einheimischen zu erstaunen. Aber die Tiere stören sich nicht daran ...und ich auch nicht, obwohl die Pirschfahrt am Nachmittag beinahe in ein Schwimmfestival ausartet. Dafür aber werden wir mit dem Anblick von Tausenden von Gnu’s, die sich beim Mara Fluss für eine Flussdurchquerung sammeln, entschädigt. Nur die vielen, vielen Fahrzeuge, die zum Teil rücksichtslos vor andere wartende Autos fahren und so die Sicht versperren, hinterlassen einen bittern Nachgeschmack.  Die Nacht verbringe ich im Little Governors Camp. Nach den 2 kleinen intimen Camps, empfinde ich die Campgrösse von 17 Zelten, die relativ nahe beieinander stehen, erschreckend. Doch der erste Eindruck ist schnell vergessen. Das freundliche und immer lächelnde Personal kennt seine Gäste und kümmert sich hervorragend um die unterschiedlichsten Bedürfnisse und Wünsche. Hier werden gar 3 Safari pro Tag angeboten; eine am frühen Morgen, eine am späteren Morgen und eine am Nachmittag! Und für Mutigere gibt es auch die Möglichkeit zu einer Ballonfahrt. Ein unbeschreibliches Gefühl, dieses ruhige Gleiten über dem Mara Fluss und wenn man dann noch das Glück hat zig-Tausende von Gnus wandern zu sehen, dann ist das Safari-Glück fast vollkommen!

Weniger Fahrzeuge finden wir während meines schönen Aufenthalts im Zeltcamp à la Hemingway, dem Elephant Pepper Camp vor. Dieses kleine Camp liegt in Mara Wildlife Conservancy. Das Land wird mit den Maasai geteilt und so kann es durchaus vorkommen, dass man auf der einen Seite Kühe und auf der anderen Seite Gnu’s grasen sieht. Das romantische Camp unter gleichnamigen Bäumen hat weder fliessend Wasser noch Strom. Trotzdem muss nicht auf Komfort verzichtet werden. Licht wird durch Sonnenenergie gewährleistet und Wasser zum Duschen oder die Hände waschen wird täglich aufgefüllt, bzw. auf Verlangen gebracht. Da ich, wie überall, nur eine Nacht bleibe, reicht die Zeit am Morgen gerade noch für eine Fusssafari. Dabei hören wir Löwen und sehen nervöse Elefanten (...was mich wiederum nervös macht...) und lassen uns etwas über die Gesteinsarten in der Region erzählen.

Die Weiterreise, nun auf dem Landweg, führt mich via Aitong vorbei an vielen kleineren Siedlungen und Kuhherden zum Maasai Mara Nationalparkeingang Talek. Dort wechsle ich das Fahrzeug und den Fahrer und wir fahren durch den südlichen Teil der Maasai Mara. Verwöhnt von den vielen Tieren im Nordwesten, erscheint mir hier die Landschaft fast leergefegt und frei von Tieren. Doch natürlich trügt der Schein und wir entdecken 2 Geparden beim erfolglosen Jagen von Thomson Gazellen. Nach insgesamt gut 5 Stunden Autofahrt erreichen wir die private Konzession Olderkesi und das einzige Camp in dieser Konzession, das
Cottars 1920’s Camp. Alles in diesem an einem Hang gelegenen Camp erinnert an die pompösen vergangenen Zeiten der Grossgrundbesitzer. Die höchst luxuriösen und grossen Zeltunterkünfte sind sehr liebevoll mit antiken Möbeln eingerichtet und beim Hauptzelt dokumentieren Bilder der Cottars Familie den Werdegang der Zeit und das Prunkstück - ein alter Oldtimer Wagen - steht bei der Einfahrt zum Camp. Ein Butler Service ist hier selbstverständlich.

Die nächste Station der Reise gilt dem viel besuchten und sehr bekannten Amboseli Nationapark. Trotz den vielen Touristenfahrzeugen bin ich begeistert. Wahrlich ein schöner und spezieller Park! Diese riesige Ebene am Fuss des Kilimanjaro’s beeindruckt mich und da ich ausserhalb des Parks, in einer privaten Konzession nächtige, können wir auch Pirschfahrten in einer privaten Konzession unternehmen. Das
Tortilis Camp verfügt über 17 Zeltunterkünfte mit gemauerten Badezimmern. Während sich die Unterkünfte in der Ebene befinden, thront das Hauptgebäude sowie das Familienzelt auf einem kleinen Hügel. Bei guter Sicht kann hier ein klassisches Foto mit dem Kilimanjaro im Hintergrund geknipst werden!

Die Reise nährt sich dem Ende und ich freue mich auf meine letzte Nacht an der Südküste von Kenya. Die Brochure verspricht ein kleines Boutique Hotel mit schönen und gepflegten Zimmern und mit einem kleinen weissen Sandstrand. Kurz, der geeignete Ort, um die Safari-Erlebnisse zu verarbeiten und um so richtig zu entspannen. Meine Erwartungen von
Kinondo Kwetu sind dementsprechend hoch, werden aber noch übertroffen! Das Hotel im schwedischen Familienbesitz wird von Ida und Filipp mit viel Leidenschaft geführt und gepflegt. 2 Schwimmbäder, Tennisplätze, eine Tauchschule und ein Reitstall lassen auch sportlichere Personen nicht zu kurz kommen. Ein kleines Paradies, fernab von Massentourimus!

Begeistert und voll von unvergesslichen Eindrücken und Erlebnissen kehre ich in die Schweiz zurück. Die Reise hat sich gelohnt; Kenya ist definitiv ein schönes Land mit netten Menschen. Ich werde zurückkehren!

(Nicole Wilhelm)
  Fairview Hotel

SARUNI SAMBURU room

Joys Camp


little governors

little governors

Maasai Mara aus der Luft

Elephant Pepper main 

Wildebeest Migration 

Cottars Camp tent 

Cottars Camp Salon 

Kinondo Kwetu MamaTaa Villa and pool 

Kinondo Kwetu view from Yogacliff